Tripple -K

Ein soulistischer Streifzug entlang der rheinischen Groove-Achse von Birgit Thoemmes

Hallo und guten Tag, liebe Soulsisters'n brothers! "Oh mein Gott, ist es schon wieder soweit" Ja, unser Rufen und Flehen wurde erhört. FRED hat dieses Stöhnen der Gemeinschaft aufgenommen und als sein Motto für die 2004-Tour auserwählt - und das auf Deutsch! Kann man seine Fans besser befriedigen als auf diese Weise?? Ja, denn es geht immer ein bißchen besser. Darum habe ich mich auf die Achse des Soul begeben, um eine Studie über die Feiersurroundings der neuesten Kellner-Tour zu verfassen. Hier ist mein Ergebnis:
Crazy Wuppertal, 13.02.2004.
Jause, jause, was für eine Sause hätte das werden können, wenn die Wuppis nicht so schwer in Gang kommen würden. Wahrscheinlich lags auch an der Vorgruppe Dr. Beat, die mit einigen Kellner-Klassikern versucht haben, den Raum zu erhitzen. Leider ist dies nur mäßig gelungen und ich frage mich ernsthaft, ob FRED wirklich appetizer benötigt, um seine Soulgemeinde in Schwung zu bringen "don't blame it on the boogie". Zumindest hat ER sich mächtig ins Zeug gelegt, als gegen 22:30 h die souly holy stage betreten wurde. Dieser Anstrengung bedurfte es auch, denn wie gesagt, die Wuppis kamen nur schwer in Wallung. Gut, dass einige Wandersoul-Jünger zur tatkräftigen frist row Unterstützung dabei waren. Obwohl - erste Reihe? - da stand ein mittlerer Kleiderschrank von der Security im Weg und schränkte heftig den Tanzbereich ein - muss das denn wirklich sein, ich meine, wenn er wenigstens mitgetanzt hätte. Zum Meister selbst: Die Band war - meine ich - trotz allem mächtig gut drauf, die Stücke super arrangiert, über die Soundqualität kann ich leider nur wenig sagen, da sich dies in der 1,5 Reihe (wg. dem Schrank) nicht wirklich gut beurteilen lässt. Pluses und Minuses s. a. Kasten "Crazy Börse". Nach gut 2,5 zu kurzen Stunden inkl. 2 Zugaben
war der Zauber verflogen und man traf sich im Foyer zum Schwätzchen. Alles war sehr übersichtlich, denn von der angekündigten After Show Party war nichts zu sehen - tja, liebe Wuppertaler, das müssen wir aber noch mal üben. Kleine persönliche Anmerkung: hatte genau an diesem Tag mein 15-jähriges Vor der Bühne Jubiläum, was mir allerdings erst hinterher so richtig aufgefallen ist. Meine Güte, wie die Zeit vergeht.

Crazy Börse, Wuppertal:
Location: die börse ist eine prima Location mit Parkplätzen, Garderobe und Barbereich im Foyer sowie im 1. OG. Der Konzertsaal scheint soweit o.k. Zwei Säulen im Raum könnten evtl. die Sicht versperren.
Publikum: "Alte" und neue Gesichter, die Altersstruktur bunt gemischt, aber schwerfällig. Hier muss noch kräftig missioniert werden, sorry.
Sound: konnte ich nicht beurteilen, leider, weil in der 1. Reihe gefeiert.
Band: War gut drauf, neues Programm gefällt mir gut, weil auch mal nicht solche Mega-Songs dabei waren. Animation wie immer klasse!
Plus: Räumlichkeiten, Stimmung auf der Bühne - es gibt Kölsch
Minus: Vorgruppe, Security in der 1. Reihe und....ganz wesentlich: Herb sitzt nicht mehr an den Drums - von dem Schock habe ich mich während meiner ganzen Studienreise nicht erholt.
Herb - I want U back!!!

Crazy Koblenz, 14.02.2004
Endlich, endlich nach genau diesen 15 Jahren ist es mir das erste Mal gelungen, Karten für die Wiege der Kellners zu ergattern - Internet sei Dank. In Fahrgemeinschaft mit dem Forumsherbergsvater Bongi machten wir uns auf den Weg in das kleine KO-Güls, welches so große Künstler hervorgebracht hat,
was für ein historisches Ereignis. Die kleine Gemeinde scheint jedoch hin und wieder mit dem Andrang überfordert, was sich im verzweifelten Versuch, einen Parkplatz zu ergattern, widerspiegelt. Dafür weiß hier Jeder Bescheid: wer ein auswärtiges Kennzeichen besitzt, der will ins Café Hahn. Das Café Hahn wurde vor einiger Zeit komplett renoviert, daher kann ich leider nicht sagen wie es vorher aussah.

Crazy Hahn, Koblenz:
Location: klein, aber fein und ansonsten auch mit einer klasse Gästeliste ausgestattet. Leider nicht so parkfreundlich und der Eingangsbereich ist etwas umständlich, weil sich zwischen Konzerthalle und Garderobe ein unnötiger Stau bildet.
Publikum: Witzigerweise überwiegend "älteres Publikum, welches sich nicht zu den Begeisterungsstürmen hinreißen ließ, die auf der "I'm a Soulband" zu hören sind. Sind wir etwa in die Jahre gekommen??
Sound: leider viel zu laut, warum nur? Da wird's doch nur unübersichtlich auf der Bühne, wenn sich kein String mehr von einem Sax unterscheidet.
Band: Fühlte sich wohl stückweise zu Hause, aber mit gebremstem Schaum.
Plus: Hm, die Gratis-Häppchen morgens um 2 Uhr? Da muss noch mehr zu holen sein (nicht an Häppchen, an Stimmung natürlich). Und ausnahmsweise die Gruppe Wallstreet, deren Auftritte man unter www.wallstreet-music.com verfolgen kann.
Minus: Biertische im Konzertraum, wer kommt denn auf so was?! Akute Fluchtbewegung nach der Show, wollt ihr nicht mehr feiern in Koblenz?
Extra-Plus: Unter der Decke sind alte Plakate von FRED zu sehen - zum Piepen!

Kellner Plakat

Als wir gegen 20 Uhr noch in der Schlange vor der Garderobe - nicht mal vor dem Eingang - standen, drangen auch schon bald die ersten Melodeien auf die Straße. Die Wartezeit wurde uns verkürzt durch ein Schwätzchen mit Jörg - the best boy - Kellner, der brav mit uns Wartenden mitzottelte. Dann betraten wir die heilige Halle und siehe da, ist doch alles prima. Die Bühne schön groß, die Decke erhöht, die Theke im Hintergrund und das Publikum schon gut drauf. Dies lag vor allem aber auch an der tollen Vorgruppe aus Belgien namens Wallstreet, die sämtliche aktuellen Radiohits rauf und runter schmetterten, klasse! Ich bin zwar auch hier der Meinung, dass FRED keine Anheizer braucht, sehe dieses Konzert aber gern als zusätzliches Schmankerl, welches ich genossen habe. Diesmal - um wirklich alles richtig zu machen - haben wir uns auch beinah im goldenen Gehörgangs-Dreieck zwischen Bühnenmitte und Mischpult gestellt. Etwas störend dabei die aufgestellten Biertische, so dass es zwingend zu einigem Glasbruch kam, weil jeder sein selbiges darauf abstellte.
Nachdem Wallstreet mit der Zugabennummer von Limp Biskit "Behind blue eyes" Richtung Luxemburg verschwand und die Umbauarbeiten abgeschlossen waren, trat ER auf die Bühne und er war nicht alleine. Eigentlich hatte ich ein infernalisches Begrüßungsritual erwartet, aber die "Hähnchen" sind ein zurückhaltendes Volk, die gerne Feiern ohne auszureissen. Dies setzte sich während des gesamten Konzertes fort und während ich mir die Füße nach hinten tanzte, kam ich immer wieder in Kontakt mit einigen Leuten, denen FRED wohl vor einiger Zeit die Beine gebrochen hat -sie bewegten sich kaum, mir schier unverständlich. Vergaß ich zu erwähnen, dass ich bei Wallstreet bereits Ohrenstöpsel benutzen musste? Bei FRED habe ich sie wieder herausgenommen und auch bis zum Schluss durchgehalten, alles in allem war es aber ziemlich laut - auf der Bühne, nicht davor. Dass es hier wiederum NUR zwei Zugaben gab, habe ich eben wegen vorgenannter Tatsache verstanden. Gegen 0:15 h war wieder alles vorbei und leicht beseelt mit pfeifenden Ohren war jetzt der richtige Zeitpunkt etwas zu trinken, ohne es dem Vordermann in den Kragen zu kippen. Aus der Anlage kamen irgendwelche musikalischen Klänge, die mir jetzt nicht mehr präsent sind, weil ich auch hier erstaunt feststellte, dass sich ein Großteil der Audience verpisste, anstatt noch weiter zu feiern. Also wieder Gelegenheit zum Schwätzchen mit alten und neuen Bekannten. Bongi nutzte die Zeit, für sein neues Forum zu werben und ein paar Inside-the-band Infos zu erhaschen, während ich einen Sitzplatz suchte (werde ja nicht jünger). Zum Schluss gabs aus der Tapa-Küche noch ein paar köstliche Gratis-Reste und gegen 2:30 Uhr verließen wir das Crazy Hahn mit einer Programmvorschau und guter Laune im Gepäck. Alles in allem doch ein prima Abend.
Crazy Köln, 17.02.2004
Oh, was habe ich gezetert, dass ich zunächst nicht in der Kantine dabei sein konnte, doch dann kam alles anders und ich war dabei. Kantine - wieso Kantine?? Dass es dann auch noch die Neue Kantine war und nicht der bekannte Crazy Stadtgarten, hat sowohl geschäftspolitische als auch einfach den Grund, dass es die alte Kantine nicht mehr gibt. Wie dem auch sei, um dorthin zu gelangen, muss man mobil sein, findet für sein Gefährt aber auch ausreichend Parkmöglichkeiten. Eines ist klar, so weit am Stadtrand von Köln kann man ordentlich Krach machen, ohne das es wen stört. Sogar die Frittenbude ist von Nippes mit umgezogen, und einen Biergarten gibt es im Sommer wohl auch. Garderobe und Toiletten im EG, zur Konzerthalle nach oben mit Theke und einer großen, mobilen Technikinsel in der Mitte.

Crazy Kantine, Köln:
Location: Weit ab vom Schuss, aber viel Raum drumherum. Die Lösung mit der Technikinsel ist nicht so glücklich und wer fährt, wenn im Sommer der Biergarten geöffnet ist?
Publikum: Köln hat - sorry - die besten Leute vor der Bühne, der Beste steht ja drauf. Feiern vom ersten bis zum letzten Ton, so gehört sich das.
Sound: Jaja, die erste Reihe eignet sich wirklich nicht zur Hörprobe. Dennoch, die Instrumente kamen gut rüber, die Stimmen leider auch aus den Monitoren auf der Bühne. Das ist strategisch ungünstig.
Band: War mit dem ersten Ton zu Hause und legte sich mächtig ins Zeug. Sie hätte ruhig noch einen drauflegen sollen, wir hattens verdient.
Plus: Kleine Augenweide für die Mädels auch hinter der Theke J. Ansonsten war es halt einfach nur geil.
Minus: Anreise ist umständlich, ansonsten gibt es nichts zu meckern. Der Sound im Crazy Stadtgarten war allerdings bislang der Beste!

Wie in der alten Kantine, so wurde auch hier der Boden für den Tanzbereich abgegrenzt. Blöd halt, wenn man beim Konzert direkt auf der Kante steht. Da wieder eine neue Location wäre es auch hier sinnvoll gewesen, sich im GGD aufzuhalten, aber irgendwie habe ich mich mal wieder dazu hinreissen lassen, in der ersten Reihe aufzulaufen, umringt von wiederum alten und neuen, inzwischen Bekannten. Konnte also losgehen, und wenns beliebt auch ohne Anheizer. Schließlich hatten wir mitten in der Woche! So kam es denn auch und das in Wuppertal nicht erwartete, in Koblenz vermisste und in Köln vorausgesetzte Inferno der Liebe brach los, als FRED gegen 21 Uhr auf der Bühne den ersten Ton von sich gab. Yeahh, so muss das klingen, Freunde, und nicht anders und natürlich auch nicht abebben!! Die Party konnte losgehen, die Partyhäppchen - sprich Songabfolge - könnt ihr im Forum nachlesen, und die Partyjünger waren willig und euphorisch. Angesichts der fortgeschrittenen Jahreszeit wurden wir sogar zum dreifachen "Cologne Alaaf" genötigt, was einem eschten Kölschen mehr als leicht über die Lippen kommt. Etwas störend ein aufdringlicher Fotograf, der erst die Kamera zückte, als Sister A die Bühne betrat (und es könnte doch der Anzug aus der O2-Werbung sein), wurde von ihr aber mit Unterstützung eines sich ansonsten dezent im Hintergrund aufhaltenden Securitymannes wieder weg komplementiert. Die Konzertspezifischen Freiübungen wurden soweit das von meiner Position aus zu sehen war von bestimmt 90 % der Anwesenden durchgeführt und die Stimmung war bestialisch gut. Die eigentlich aus der Mode gekommenen "On the Radio" Rufe holten die Band nach 2 Stunden noch zweimal auf die Bühne und ich meine, wir hätten auch noch ein drittes Mal verdient. Ein Lob hat sich vor allem der DJ auf der After Show Party verdient, denn er spielte noch viele Kellner-Highlights hinterher, so dass auch noch ordentlich gefeiert wurde. Im kleinen roten Saal auf der anderen Seite vom Flur hatte man dann die Gelegenheit .... na? zum Schwätzchen natürlich und zum Chill out, um dann wieder die Tanzfläche zu stürmen. Aber wegen der fortgeschrittenen Zeit und des fortgeschrittenen Alters begab ich mich gegen 0:30 h auf den Heimweg mit der Erkenntnis, dass dieses Tripple K eine prima Sache gewesen ist, die ihren Höhepunkt in Köln gefunden hat (wo sonst, etwa im Kammgarn, hihi) und noch lange nicht auf den absteigenden Ast gehört. Eines nehme ich mir für 2004 und die folgenden Jahre mit ins Herz: das wiederholte Versprechen von FRED "ganz bald" wiederzukommen. Ich denke, Ihr unterstützt mich bei der Erinnerung der Einhaltung. Liebe Grüße in die Welt von Eurer - Sister Birgit

Oh, vielleicht noch ein persönliches Fazit von mir mit einem leichten kritischen Unterton, falls Ihr's nicht bemerkt: Wie schon erwähnt, "verfolge" ich die Band seit Februar 1989. Früher war es schwierig, an Konzerttermine ranzukommen, dann gab es die Postkarten mit den Terminen drauf und als Kontaktadresse Herb himself. Später, Bongi sei Dank, dann die regelmäßige Info und den Austausch über das alte, jetzt das neue Forum (kannischimmernochnichmitumgehen). FRED Kellner und die famosen Soulsisters, so hießen sie damals, waren befreundet, verheiratet, verbandelt, eine wirklich große Familie, so kam es rüber. Besondere Umstände und die mir missfallende Tatsache der neuen Betitelung FRED Kellner-Band feat. Anke Engelke führten vordergründig dazu, dass der Bekanntheitsgrad größer wurde (plus), die Auftritte sich mehrten (plus), das Technikequipment von sowieso exzellenten Musikern sich deutlich verbesserte (großes Plus), aber im Hintergrund zu einigen Begebenheiten, die Ihr und ich in der Presse nachlesen konntet oder im Fernsehen verfolgen. Dass die Band trotz allem noch auftritt, obwohl sie es sicherlich finanziell nicht muss, ist ihr hoch anzurechnen - meine Unterstützung hat sie so oft wie mir möglich ist. Aber der ehemals zu spürende Family-Spirit ist m. E. einer professionellen, distanzierten Einstellung gewichen, deren einige Mitglieder sicherlich "zum Opfer" gefallen sind. Es mag auch andere "Ausreden" dafür geben, doch im Grunde ist es schade drum. Dennoch, solange es FRED auf der Bühne gibt, gibt es mich davor und ich hoffe, ich treffe Euch dort. - SiBi

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Erstellt am Samstag, 28. Februar 2004 von Chaos Productions mit HomeSite
Letzte Änderung Samstag, 28. Februar 2004

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